Super-Gau für Cinerenta-Anleger: Fiskus kippt bei allen Cinerenta-Filmfonds Verlustzuweisungen

Anlegern müssen immense Steuernachzahlungen und Säumniszinsen leisten Schadensersatzansprüche verjähren spätestens zum 31.12.2010

Mehrere tausend Anleger der Cinerenta-Medienfonds I-V haben unerfreuliche Post vom Finanzamt erhalten. Kaum hat das Landgericht München I am 29.09.2009 die ehemaligen Geschäftsführer der Cinerenta-Medienfonds Eberhard K. und Dr. Rainer B. wegen Steuerhinterziehung zugunsten von Cinerenta-Anlegern zu Freiheitsstrafen von je zwei Jahren auf Bewährung und Geldstrafen in Höhe von 45.500 € bzw. 8.400 € (6 KLs 323 Js 30919/04) verurteilt, machte die bayerische Finanzverwaltung in Sachen „Aberkennung der Verlustzuweisungen“ Ernst und hat damit die jahrelange Betriebsprüfung zum Abschluss gebracht: Sie hat bei allen Cinerenta-Fonds u. a. wegen fehlender Gewinnerzielungsabsicht nachträglich alle Verlustzuweisungen aberkannt. Die Anleger müssen nun Steuernachzahlungen im dreistelligen Millionenbereich leisten. Sie müssen aber nicht nur die Steuervorteile zurückzahlen, sondern auch noch Säumniszinsen in Höhe von 6 % pro Jahr entrichten. Die Säumniszinsen beginnen 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist, also 15 Monate nach Ablauf des Jahres der Beteiligung am jeweiligen Cinerenta-Fonds zu laufen. Dies heißt zum Beispiel für einen Anleger des Fonds Cinerenta I, der sich 1998 beteiligt und Verlustzuweisungen im Beitrittsjahr erhalten hatte, dass die Steuernachzahlung mit 6 % pro Jahr seit April 2000 zu verzinsen ist, ihm also neben der Steuerschuld noch ein 57%iger Aufschlag hierauf droht.

Mittlerweile klagen die einzelnen Cinerenta-Fonds vor dem Finanzgericht München gegen die Aberkennung der Verlustzuweisungen. Der Ausgang der Verfahrens ist allerdings fraglich.

Die auf die Vertretung geschädigter Filmfondsanleger spezialisierte Rechtsanwältin Sarah Mahler aus der Münchner Kanzlei Mattil & Kollegen, die für mehrere hundert Cinerenta-Anleger Schadensersatzprozesse führt und bereits zahlreiche BGH-Urteile zugunsten von Cinerenta-Anlegern gegen die Treuhänderin des Fonds erstreiten konnte, meint: „Das ist der Super-Gau für die Anleger! Sie haben nicht nur den Großteil ihres eingesetzten Geldes verloren, sondern müssen nun auch noch immense Steuernachzahlungen und Säumniszinsen leisten. Dies könnte womöglich so manchen Anleger in die Insolvenz treiben. Anleger sollten daher dringend Schadensersatzansprüche gegen die Verantwortlichen geltend machen, denn diese müssen den Anlegern nicht nur das eingesetzte Kapital zurückzahlen, sondern auch die Säumniszinsen erstatten.“ Sie warnt: „Die Schadensersatzansprüche können allerdings bereits zum 31.12.2010 verjähren.“

Schadensersatzansprüche von Cinerenta-Anlegern sind heute noch nicht verjährt, soweit der Anleger erst im Jahr 2007 Kenntnis von den "verdeckten Provisionen" und den Verflechtungen des Mario Ohoven erlangt hat.

Die Kanzlei Mattil & Kollegen hat bereits für zahlreiche Cinerenta-Anleger Schadensersatz gegen die Treuhänderin der Fonds, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Contor, erstritten: diese wurde zur Rückzahlung des verlorenen Kapitals sowie zum Ersatz des Steuerschadens verurteilt. Auch der BGH hat die Auffassung der Kanzlei Mattil & Kollegen bereits mehrfach bestätigt.

Hier finden Informationen zu den Cinerenta-Fonds.